Bei Zufahrten und Fahrwegen im Kohlebergbau richten sich die Anforderungen an die Platten nach der Strecke und den eingesetzten Geräten – nicht nach einer pauschalen Bezeichnung wie „flammhemmendes PE“. Wir liefern HDPE-Bodenschutzplatten und Platten für temporäre Zuwegungen zum Schutz von Oberflächen und zur vorübergehenden Erschließung. Für einen geplanten Einsatz unter Tage nennen Sie uns bitte den Standort des Bergwerks, den vorgesehenen Verwendungszweck und die erforderlichen Sicherheitsnachweise. So können wir die Produktanforderungen vor der Angebotserstellung prüfen.

Vor der Plattenauswahl die Fahrstrecke beurteilen
1. Tragfähigkeit des Untergrunds und Gerätelasten
Eine Platte kann Kontaktlasten auf einer vorbereiteten Fahrstrecke verteilen. Ihre Leistungsfähigkeit hängt jedoch von der Tragfähigkeit des Untergrunds, der Plattenkonstruktion, der Aufstandsfläche von Rädern oder Ketten, der Last und der Verlegung ab. Das Gesamtgewicht eines Fahrzeugs allein belegt keine sichere Belastbarkeit der Platte. Lose verlegte PE-Platten dürfen nicht als Maßnahme gegen Sohlenhebung oder als Ersatz für einen fachgerecht geplanten Fahrweg und die Gebirgssicherung vorgesehen werden.
2. Wasser, Entwässerung und Griffigkeit
Eine Bodenschutzplatte ist keine Grundwasserabdichtung. Wasser kann durch die Fugen und an den Rändern vorbeifließen; die Verlegung der Platten verhindert weder Wasserzutritte unter Tage noch reguliert sie den Wasserdruck. Entwässerung, Pumpbetrieb und Maßnahmen zur Verbesserung des Untergrunds müssen gesondert geplant werden. Wählen Sie die Oberflächenprofilierung passend zu den vorgesehenen Fahrzeugen oder Fußgängern. Beurteilen Sie die Griffigkeit unter den tatsächlichen Bedingungen mit Wasser, Schlamm und Verunreinigungen, statt sich auf die Bezeichnung „rutschfest“ zu verlassen.
3. Brandverhalten und statische Elektrizität
Flammhemmung und antistatische Eigenschaften sind eigenständige Anforderungen. Gewöhnliches PE, eine schwarze Farbe oder die Bezeichnung „flammhemmend“ belegen keine Eignung für den Kohlebergbau unter Tage. Der Bergwerksbetreiber benötigt Nachweise für den tatsächlich eingesetzten Werkstoff und das fertige Produkt, bewertet nach den für dieses Bergwerk geltenden Anforderungen. Je nach Einsatz können auch Verbrennungsprodukte und leitfähige Anbauteile in die Bewertung einzubeziehen sein. Flammhemmend bedeutet nicht unbrennbar.
4. Verlegung, Verbindungen und Instandhaltung
Stimmen Sie Plattendicke, Abmessungen, Verbindungssystem und tragenden Untergrund aufeinander ab. Bei der Planung der Fahrstrecke sind Kurven, Gefälle, Unebenheiten, Übergänge an den Plattenrändern und die Entwässerung zu berücksichtigen. Der Bergwerksbetreiber sollte Prüf- und Aussonderungskriterien für beschädigte Platten, abgenutzte Profile, verschobene Verbindungen und fehlende Auflager festlegen. Platten dürfen Hohlräume oder Entwässerungsgräben nur überbrücken, wenn die gesamte Konstruktion dafür ausgelegt und überprüft wurde.
Nachweise für den vorgesehenen Bergbaueinsatz prüfen
Für jede geplante Verlegung unter Tage muss eindeutig feststehen, auf welches Produkt, welche Materialrezeptur, Dicke und Konstruktion sich die jeweiligen Berichte beziehen. Prüfen Sie das Prüfverfahren, das ausstellende Labor, die Ergebnisse und etwaige Einschränkungen. Ebenso wichtig ist die Rückverfolgbarkeit der Fertigung, damit sich die gelieferten Platten dem bewerteten Produkt zuordnen lassen. Ein Datenblatt des Kunststoffrohstoffs oder ein Bericht zu einer anderen Platte ersetzt nicht die für den vorgesehenen Einsatz erforderlichen Nachweise.
Wiederverwendung und Nutzungsdauer planen
Ist eine Platte für die Fahrstrecke geeignet, beurteilen Sie ihre Wiederverwendbarkeit anhand des bei der Prüfung festgestellten Zustands und der bisherigen Einsatzbedingungen – nicht anhand einer angenommenen Zahl von Nutzungszyklen. Berücksichtigen Sie im Kostenvergleich auch Reinigung, Handhabung, Transport, den Austausch von Verbindern und die Entsorgung beschädigter Platten. „Umweltfreundlich“ ist keine Werkstoffspezifikation. Ob ein Material recycelt werden kann, hängt von seiner Rezeptur, den Verunreinigungen und einem geeigneten örtlichen Verwertungsweg ab.
Unsere Standard-HDPE-Platten dürfen nicht als für den Kohlebergbau unter Tage zugelassen angesehen werden. Teilen Sie uns mit, ob Sie eine Zufahrt über Tage oder eine Fahrstrecke unter Tage planen. Für Ihre Anfrage bestätigen wir die vorgeschlagene Produktausführung und welche ergänzenden Informationen verfügbar sind. Die Freigabe für den Einsatz vor Ort hängt weiterhin von der technischen Prüfung durch den Bergwerksbetreiber und den geltenden Anforderungen ab.
Benötigte Angaben für eine Plattenanfrage
- Fahrstrecke und Lasten: Einsatz über oder unter Tage, Untergrundverhältnisse, Fahrzeug- oder Fußgängerverkehr, Aufstandsfläche von Rädern oder Ketten, maximale Last, Gefälle und Verkehrshäufigkeit.
- Plattenanforderungen: Abmessungen, Dicke, Profilierung, Verbindungen, Verlegeplan sowie erforderliche Bewertungen zu Brandverhalten, antistatischen Eigenschaften oder anderen einsatzspezifischen Anforderungen.
- Lieferangaben: Menge, Vorgaben für Handhabung oder Verpackung, Lieferort und gewünschter Projektterminplan.
Die vorgeschlagene Ausführung besprechen
Senden Sie uns Ihre Plattenspezifikation und die Bedingungen der Fahrstrecke, einschließlich Bergwerksstandort und erforderlicher Dokumentation. Wir können Ihre Anfrage prüfen und bestätigen, welche Produktausführung, Unterlagen, Verpackung und Lieferbedingungen wir anbieten können. Beginnen Sie keine Verlegung unter Tage allein auf Grundlage eines Angebots oder einer allgemeinen PE-Werkstoffbeschreibung.